KRIEGSBEUTE
Alle Mächte sind grausamen

ISBN: 978-625-842-542-0
Sayfa Sayısı: 762
Baskı Tarihi: 18.01.2022 / İstanbul

Yayınevi: Ciniusyayınları
www.ciniusyayinlari.com

Denen, die das wahre, zusammengetragene Abenteuer der Geschichte in einem einzigen Buch lesen wollen, einer Geschichte, die zerstreut daliegt, nur stückweise erzählt wird und unter dem Namen des Heiligen hinter einem Schleier aus Nebel verborgen, den Blicken entzogen bleibt.

M. Mehmet Ünver

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Anekdote:

Gefühl und Wissen sind zwei verschiedene Phänomene, die ineinander liegen, wie Körper und Seele, wie Schale und Kern. Weil sie immer und überall gemeinsam auftreten, werden sie oft miteinander verwechselt. Das Feld, in dem sich dieser Fehler am häufigsten wiederholt, ist zweifellos die Religion.

Die ersten menschlichen Werke, die Bilder, entstanden weniger aus dem Bedürfnis, Wissen zu übermitteln, als aus dem Wunsch, einen erlebten emotionalen Moment zu verewigen oder zu erinnern. Diese Fähigkeit des Abbildens verwandelte sich mit der Zeit in Schrift, um Wissen weiterzugeben.

In den Höhlenmalereien der frühen Menschen wird daher nicht so sehr Wissen erzählt, sondern die Dichte der Gefühle, die Abenteuer und Heldentaten, die sie erlebten, und das, was sie in jenem Augenblick empfanden. Noch heute werden Gefühle durch Bilder ausgedrückt. Das Gefühl, das in einem einzigen Bildausschnitt erzählt oder wahrgenommen wird, kann das Lesen von Dutzenden Büchern und Aufsätzen zum selben Thema aufwiegen.

Deshalb ist Religion kein Wissen, sondern im Gegenteil eine Verdichtung von Gefühl. Das, was überall gegenwärtig ist, was man nicht sieht und nicht berührt, ist nicht, wie behauptet wird, ein Gott, der auf Wissen beruht, sondern die Religion selbst. Das heißt: Das, was man „Gott“ nennt, ist die Religion in Person. Wo es keine Religion gibt, gibt es auch keinen Gott, und wo Religion am Leben gehalten wird, wird es zwangsläufig auch einen Gott geben.

Ausnahmslos alle Religionen sind Werkzeuge gesellschaftlicher Organisation, deren Grundlagen in den Zeiten der Dschahiliyya gelegt wurden. Ihr Horizont, ihre Kapazität und ihr Wissen haben sich unter der Herrschaft der Grenzen dieser Unwissenheit geformt. Darum müssen die Religionen, die dem Menschen aus der Kultur der Dschahiliyya vererbt wurden, wo immer sie auftreten, stets bereit sein, auch diesen Satz zu hören:

„Lasst diese Bräuche der Dschahiliyya!“

 

Über die Quellen

Um mögliche Einwände so gering wie möglich zu halten, habe ich darauf geachtet, das, was ich schreibe, aus den zuverlässigsten und nach meiner Prüfung glaubwürdigsten Quellen auszuwählen, die mir zugänglich waren, und es durch Quervergleiche zu überprüfen. Mein Ziel ist nicht, eine historische Wahrheit zu diffamieren, sondern sie im Gegenteil offenzulegen. Es geht mir darum, allen zu helfen, die Wahrheit zu erkennen. Ich kann mir vorstellen, dass diejenigen, die es gewohnt sind, nur zu hören oder das Fertige zu lesen, das hier Erzählte zunächst befremdlich finden, weil sie sich vom eigenen Forschen fernhalten. Doch dass sie, wenn sie selbst nachforschen, zu denselben Ergebnissen gelangen werden, daran habe ich keinen Zweifel. Denn: Keiner von uns ist klüger oder überlegen gegenüber einem anderen. Was uns unterscheidet, ist das, was wir in dem sehen, worauf wir blicken. Wenn wir uns von den Gewohnheiten und Traditionen lösen, denen wir ausgeliefert sind, und den Mut aufbringen, unabhängig hinzuschauen, dann gibt es kein Hindernis dafür, dass jeder die offen daliegenden Tatsachen erkennt.

Außerdem halte ich es für meine Pflicht, den Autorinnen und Autoren zu danken, deren Arbeiten ich beim Schreiben dieses Werks genutzt habe, allen voran Publikationen der türkischen Präsidentschaft für Religionsangelegenheiten (Türkiye Diyanet İşleri Başkanlığı), ebenso zahlreiche Forschungs- und Dissertationstitel sowie Online-Seiten, und denjenigen, die sich in Bereichen wie Sira, Tafsir, Übersetzung des Korans, Anlässe der Offenbarung, Hadith und Menakıbnâme mit großer Mühe verdient gemacht haben.

 

EIN AUTOR, VIELE BÜCHER UND EINE ZUKUNFT VOLLER HOFFNUNG

Offen gesagt: Als ich hörte, dass das neue Buch meines geschätzten Freundes Mehmet Ünver für den Druck vorbereitet wird, empfand ich nicht nur große Freude. Wie jedes Mal hob sich auch diesmal die Messlatte meiner Hoffnung für ihn ein Stück höher, und mein Respekt gewann noch einmal an Tiefe. Der Mut, ein solches Vorwort zu schreiben, kommt für mich daher, dass ich sehe, wie Ünver Schritt für Schritt sicherer wird und dass sich diese Entwicklung inzwischen, so scheint es, als eine geradlinige Tendenz fortsetzt.

Um die Urteile der Leserinnen und Leser nicht zu beeinflussen, werde ich nicht über das Buch selbst sprechen. Natürlich kann man das nicht als eine bedingungslose Unterstützung verstehen. Hätte mich das Buch nicht glücklich gemacht, hätte ich nicht den Mut gefunden, ein Vorwort dazu zu schreiben. Und doch entscheide ich mich, nicht über das Buch zu schreiben, sondern über die Hand, die es geschrieben hat. Denn er hat Werke hervorgebracht, die man in einem Feld beurteilen kann, mit dem wir noch nicht sehr vertraut sind. Wenn ich über “Hermeneutik in der Literatur” forschen wollte, wäre es, glaube ich, schwer, ein besseres Beispiel als Ünver zu finden.


Zuerst muss man ihn kennen. Geboren 1968 in Batman, zog seine Familie, als er fünf Jahre alt war, aus wirtschaftlicher Not nach Ankara. Als Familie hielten sie sich mit vielen Arbeiten über Wasser, vom Hausmeisterdienst bis zur Baustellenarbeit. Er besuchte die Grundschule, die Mittelschule und ein Imam-Hatip-Gymnasium, und wurde in diesen Jahren wegen einer Erkrankung am Fuß etwa vier Jahre lang behandelt. Aus diesem Grund konnte er nicht an die Universität gehen. Nach der Behandlung entschied er sich, Imam zu werden, und arbeitete eine Zeit lang als Imam.

Ich lernte Ünver in der Phase kennen, in der er sein Werk namens MAD schrieb. Er war Gast in meinem Haus in Nürnberg, wir begegneten uns, sprachen über Literatur, und so begann unsere Freundschaft. Er hatte die Absicht zu schreiben. Und er schrieb immer. Und zum Glück schrieb er.


Als ich das Wort “Hermeneutik” zum ersten Mal hörte, war es nicht leicht, den Begriff zu entschlüsseln. Auch als “Interpretationslehre” oder “Wissen vom Interpretieren” übersetzt, gelangte man nicht sofort zu einer klaren Erklärung. Dass der Begriff und das, was er umfasst, zunächst im Zusammenhang mit den Bemühungen verwendet wurde, das Christentum durch unterschiedliche Denker zu interpretieren, führte natürlich dazu, dass man ihn am Anfang wie ein theologisches Spiel betrachtete. Doch die unterschiedlichen Methoden, die in diesen Bemühungen entstanden, ebenso die Erklärungen, Verteidigungen oder Kritiken zu den Grundlagen, auf denen die Deutungen beruhten, ließen nach und nach auch ein methodologisches Wissen über das Interpretieren selbst anwachsen.

So sagt zum Beispiel Spinoza, einer der wichtigen Namen der Philosophie, wenn er den heiligen Text, die Tora, interpretiert, dass die Bedeutung dieses Textes für die Menschheit nicht aus seinem Anspruch auf Heiligkeit stammt. Seine Bedeutung sei nicht ontologisch, sondern moralisch. Der Text werde von der Gesellschaft als wichtig anerkannt und übernommen, weil er eine Ordnung betrifft, die das gesellschaftliche Leben braucht. Spinoza fordert uns auf, weniger an dem festzuhalten, was der Text sagt, als an dem, was er sagen will, an dem Sinn, der in der Tiefe liegt und darauf wartet, von uns erreicht zu werden. Denn ein Schreiben, das “aus einem einzigen Wort besteht”, führt den Menschen, wenn es befragt und gedeutet wird, zu weit mehr als nur zu einer Geschichte. Also ist die Bedeutung der Leserin, des Lesers vielleicht sogar größer als die des Autors. Deshalb können wir mit Nachdruck noch einmal sagen: “Das Wort verfliegt, das Geschriebene bleibt.” Nicht die Form ist entscheidend, sondern der Kern. Der Autor ist nicht der, der Befehle erteilt, sondern der, der warnt und weckt. Er bringt nicht das Küken zur Welt. Er befruchtet das Ei und überlässt es der Gesellschaft, dem Individuum, es auszubrüten. Jedes Lebewesen nimmt seinen eigenen Honig aus der Wabe des Autors, und Honig schmeckt nicht für alle gleich. Manchmal ist er eine gesunde Nahrung, manchmal eine tödliche Falle, wie ein Gift.

Gerade deshalb ist jede Art von Schreiben, jeder Autor zugleich das Heilmittel und das Gift einer Gesellschaft. Doch man weiß: Um an den Schatz in der Tiefe zu gelangen, muss man sich mit großer Mühe in die Tiefe hinabwagen. Was an der Oberfläche liegt, ist das, was jeder erreicht und bekommt. Darum sind Schatzsucher immer bemüht, in die Tiefe zu gelangen.

Natürlich kommt Spinoza in seiner hartnäckig fortgesetzten Untersuchung, die mit diesen gedanklichen Wortverschiebungen einhergeht, zu dem Ergebnis, dass der Autor der jüdischen heiligen Schrift Tora und der ihr folgenden Sieben Bücher (6. Jh. v. Chr.) Ezra gewesen sei.

Dass der Begriff Hermeneutik zunächst in der christlichen Philosophie in Gebrauch kam, war also kein Zufall. Und offenbar konnten Deutungsversuche am Anfang große Anklagen provozieren, während sie in späteren Jahrhunderten sogar die Türen der Reformation zu öffnen vermochten.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts verbreiteten sich die hermeneutischen Deutungsbemühungen nicht nur über die Heiligen Schriften, sondern auch auf andere Produktionsbereiche des Lebens, vor allem auf die Literatur. Der Ansatz gewann einen weiteren Rahmen und stieg in Richtung einer wissenschaftlichen Disziplin auf. Während die Arbeiten an Tiefe gewannen, nahm die internationale Anerkennung und Nutzung der Methoden zu.

So hat zum Beispiel Alfred Loisy (1857–1940), ein französischer katholischer Geistlicher, die römisch-katholische Kirche mit seinen kritischen Deutungen, die sich auf christliche Werte und das Evangelium stützten, stark herausgefordert. Als einer der Vertreter modernistischer Interpreten versuchte Loisy, im Licht der seit Spinoza vertieften und systematisierten Kritiken und gestützt auf wissenschaftliche und historische Erkenntnisse, die sich mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit entwickelten, der Kirche eine Erneuerungsmöglichkeit zu eröffnen, während sie zugleich eine Linie verfolgte, die den Status quo schützen wollte und dadurch zunehmend außerhalb wissenschaftlicher Erklärungen geriet und sich rasch von gesellschaftlichen Realitäten entfernte.

Der Vatikan, der sich jeder neuen Deutung widersetzte und sich selbst als die einzige Instanz betrachtete, die das Recht zur Interpretation besitzt, exkommunizierte Loisy. Doch er setzte seine Bemühungen fort. Loisy machte es sich zum Lebenszweck, Dogmen zu befragen, die über Jahrhunderte als “Wahrheit” gelehrt worden waren, und zwar mit dem Blick eines Wissenschaftlers.

Diese Methode, die längst nicht mehr nur zur Auslegung religiöser Quellen dient, sondern in Literatur, Kunst, Theater und vielen weiteren Bereichen eingesetzt werden kann, tritt gerade bei Mehmet Ünver, dessen erstes Werk MAD ist und dessen vorläufig letztes das Werk ist, das Sie in den Händen halten, als eine wichtige Methode in seinem literarischen Leben hervor. Das macht ihn für mich noch interessanter.

Nein, MAD ist keine bloße Nacherzählung eines mythologischen Stoffes. Es ist sehr viel mehr. Es überschreitet die Begriffe von Raum und Zeit und führt den Menschen von heute in die sumerischen Städte vor 5000 Jahren, in dem Versuch, Zukunft zu schaffen. In der Hand des Autors ist Mythologie nicht einfach ein Buch uralter Epen, das man genüsslich liest. Sie ist eine Bildungschance, die in den wenigen hundert Seiten heutiger Bücher eine historische Begegnung ermöglicht, die das Heute mit dem Gestern verbindet.

Ich glaube, Mehmet Ünver bietet uns mit großer Leichtigkeit die Möglichkeit, beides zugleich zu kneten und zu verbinden.


Man kann es natürlich befremdlich finden, für eine Buchvorstellung so viel zu erklären. Doch ich weiß: Wenn man die Werke eines so besonderen Menschen wie Mehmet Ünver betrachtet, braucht es eine Anstrengung, um in seine Tiefe vorzudringen.

Eine gemeinsame Feststellung, die man bei der Vorstellung seiner Bücher betonen sollte, ist diese: Er versucht, Mythologie und Religionsgeschichte auf seine Weise zu erzählen und ihnen eine Deutung hinzuzufügen. Vielleicht wird hier, mit der Feder des Literaten, eine Welt entworfen, die sich mit den Augen eines zeitgenössischen “Aufklärers” beschreiben lässt, der zuvor eine religiöse Ausbildung erhalten hat. Man muss ihn als einen Künstler begreifen, der über Literatur Philosophie betreibt. Deshalb kann MAD als fiktionales Werk gelten, zugleich als historisches Dokument, zugleich als Beschreibung einer Welt, die sich durch die guten oder schlechten Bewertungen eines Autors formt.

Zuerst darf man nicht vergessen, dass Ünver als Mitglied einer armen Familie eine Kindheit erlebt hat, in der er von Geburt an mit Krankheiten kämpfen musste.

Zweitens muss man in Erinnerung behalten, dass er, ob er es damals bewusst so lebte oder nicht, innerhalb der Grenzen der Türkei ein Mensch aus einem kolonisierten Volk ist, ein Angehöriger eines unterdrückten kolonisierten Volkes, ein Kurde. Es ist unmöglich, diese Beziehung von Unterdrücker und Unterdrücktem im Alltag nicht bis ins Mark zu spüren.

Drittens besitzt er eine bedeutende Vorstellungskraft und sprachliche Fähigkeit, gerade in dem Sinne, Mythologie mit der Gegenwart verbinden zu können.

Und schließlich macht ihn eine religiös geprägte Ausbildung in den Themen, die er behandelt, sehr kompetent.

Wir können sehen, dass all diese Eigenschaften ihm als Autor eine wichtige Grundlage geben. Wenn er diese Grundlage mit etwas mehr philosophischer Bildung formen kann, besitzt er die Kapazität, einem der wichtigen Konflikte unserer Zeit dabei zu helfen, auch mithilfe der Literatur begriffen zu werden. Doch Ünver muss, so denke ich, einige Hindernisse beseitigen, die er seiner eigenen Entwicklung selbst in den Weg stellt, oder, wenn diese Hindernisse außerhalb seines Willens entstehen, sie überwinden.

Da ich mir in einem Feld wie dem Schriftstellertum keinerlei Anspruch anmaßen kann, möchte ich, ohne meine Grenzen zu überschreiten, nur einige persönliche Gedanken teilen, die vor allem ihren philosophischen oder soziologischen Gehalt betreffen:

In einem biografischen Interview, das er Cinius Yayınları am 17. Oktober 2017 gab, sagt Ünver: “Wenn ich mit einem einzigen Satz antworten muss: Schreiben ist die Handlung, die eigene Identität sichtbar zu machen. Ich kann sagen, dass Schriftstellertum darin besteht, eine Identität zu besitzen. Jede Autorin, jeder Autor hat andere Erfahrungen und anderes Wissen, denn jede Autorin, jeder Autor ist für sich eine Identität.” Nachdem er diesen richtigen Gedanken ausgesprochen hat, sollte er ihn weiterentwickeln und seine eigene, unverwechselbare Idee zeigen. Denn wenn man etwa Früchte in der allgemeinsten Beschreibung zusammenfasst, bedeutet das, dass die Gesamtheit ihrer Eigenschaften verloren geht, und sie verlieren ihre Eigenart vollständig.

Man muss das Verständnis “Ein Autor ist eben ein Autor” überwinden. Wenn wir “Amasya-Apfel” oder “Bursa-Pfirsich” sagen, erinnern wir uns an einen Apfel und einen Pfirsich, die sich vom allgemeinen Apfel und vom allgemeinen Pfirsich unterscheiden. Ein Autor hat eine Geschichte, einen Körper, eine Psychologie, eine Kultur, und wir können ihn nicht definieren, indem wir ihn davon abstrahieren. Und deshalb gibt es, selbst wenn sie es ablehnen, bei jedem Autor einen ideologischen Boden, auf dem er sich bewegt. Literatur kann niemals außerhalb der ideologischen Auffassung ihres Autors stehen. Und wir können noch eine weitere Feststellung treffen: Es gibt keinen Autor ohne ideologischen Boden.


Mehmet Yılmaz ist ein Philosoph und Intellektueller, den ich sehr schätze. In seinem Text “Bakmak, Görmek, Anlamak: Sanatta Ayrıntı”, veröffentlicht am 17. Februar 2010, kritisiert er den Menschen unserer Zeit und beschreibt in außergewöhnlicher Schönheit den Unterschied zwischen Hinsehen und Sehen:

“Meiner Ansicht nach erleben wir eine moderne ‘Blindheit’. Wir schauen, aber wir sehen nicht. Und wir sind uns sogar sicher, dass wir sehr gut sehen. Dabei ist es nur ein verpixeltes Bild. Ein ausgleichendes Sehen, das allem die gleiche Bedeutung gibt, Perspektive und Nuance verliert, Details entwertet. Der touristische Mensch nimmt alles, was er sieht, und damit auch den Ort, als ein eintöniges ‘Ding’ wahr. Wie eine Wärmebildkamera oder ein Röntgengerät ‘sieht’ der touristische Mensch. Ein selektiver, messender Blick, der dabei auch das Unnötige aussortiert. Eine Art Detektor. So wie eine Ameise den Zucker auf dem Boden ‘sieht’, so wie eine Zecke den Hund ‘sieht’, den sie aussaugen wird, so ‘sieht’ der touristische Mensch das Universum. Das heißt, er sieht nicht.”

Diese großartige Beschreibung legt der Kunst, vor allem der Literatur, natürlich eine Verantwortung auf: “Ohne die Bedingungen zu verstehen, die das Entstehen eines Kunstwerks möglich, ja unvermeidlich machen, kann man das Werk nur anschauen. Aber man kann es nicht sehen. Warum. Weil sich in einem Kunstwerk der ‘Besitzer der Hand, die es erzeugt’ und der ‘Besitzer des Auges, des Ohres, das es würdigt’, also GEBENDER und NEHMENDER Mensch begegnen. Ob der Künstler bekannt ist oder nicht, ist weniger wichtig als das, was er schreibt. In gewisser Weise ist die Kunst des Schreibens im Kern ein Zustand des Menschseins, der es erlaubt, kulturelle, ethnische, religiöse, politische, zeitliche und räumliche Schleier zu zerreißen. Sie ist die Chance, das Weltliche auszuradieren und das Menschliche sichtbar zu machen.” Und genau hier wird das Geheimnis sichtbar, das in den Fähigkeiten Mehmet Ünvers verborgen liegt.

“… Kunst ist ein Streichholz, das in der Dunkelheit entzündet wurde. Intelligenz ist eine Einladung, das Auge des Verstandes zu schließen und das Auge der Vernunft zu öffnen.

Der Künstler jedoch kann nur ein Mensch sein, der über eine Erleuchtungskraft verfügt, die es bei Wissenschaftlern und Philosophen nicht gibt. Die Werke des Künstlers müssen ein verzauberter Körper sein, der den Fluss der Zeit anhält, und sie müssen uns Wissen und Weisheit vermitteln, die wir nicht durch Experiment und Beobachtung lernen können.”

Mehmet Ünvers Welt der Vorstellung trägt eine Fülle in sich, die das leisten kann. Indem er Mythologie aus ihrer Zeit in unsere Gegenwart trägt und ihr Leben gibt, wirft er zugleich Licht auf die Stellung heutiger Gesellschaften, die wie in einem Mutterschoß verborgen liegt, zwischen den Ruinen von vor zehntausenden Jahren.

Zu sagen, dass der Weg meines geschätzten Freundes produktiv sein wird, wäre eigentlich schon zu viel gesagt. Seine Produktivität beweist es längst. Möge dein Weg hell sein, dein Ertrag reich und erhellend, lieber Mehmet Ünver.

İsmail Metin Ayçiçek
22.08.2021

 

Prophetengeschichten und Islamische Frühzeit

Ganimet Savaşları: Kriege der Beute

Dieses Buch mit dem Titel „Ganimet Savaşları“ (Kriege der Beute) ist ein historischer Roman, der im Jahr 2022 von M. Mehmet Ünver verfasst und von Cinius Yayınları veröffentlicht wurde. Der Inhalt des Buches beginnt mit der Erschaffung Adams und befasst sich dann ausführlich mit der frühen islamischen Geschichte, einschließlich der Verbreitung des Islam durch den Propheten Mohammed und der darauf folgenden Kämpfe und Konflikte, wie der Schlacht von Badr und dem Fall Mekkas. Es werden auch interne muslimische Auseinandersetzungen und Beziehungen zu jüdischen und christlichen Gemeinden thematisiert. Zudem beinhaltet es biografische Details zu wichtigen Persönlichkeiten wie Mohammed, Ali, Ömer und Osman sowie Reflexionen über Macht, Gerechtigkeit und religiöse Dogmen.

Beutekriege: Macht, Religion und Eroberung im frühen Islam

Briefing-Dokument: Ganimet Savaşları (Beutekriege) – Hauptthemen und Schlüsselideen

Dieses Briefing-Dokument basiert auf Auszügen des Buches „Ganimet Savaşları. Bütün İktidarlar Zalimdir“ (Beutekriege. Alle Herrschaften sind Tyrannen) von M. Mehmet Ünver. Die Analyse konzentriert sich auf die zentralen Thesen des Autors und die historischen Ereignisse, die er zur Untermauerung seiner Argumente heranzieht.

  1. Grundthese des Autors: Alle Herrschaften sind tyrannisch

Der Titel des Buches, „Bütün İktidarlar Zalimdir“, fasst die zentrale Botschaft zusammen: Alle Herrschaften sind grausam oder tyrannisch. Der Autor M. Mehmet Ünver, geboren 1968 in Batman, Türkei, und aufgewachsen in Armut, scheint eine kritische Perspektive auf Macht und ihre Ausübung zu entwickeln, die sich durch seine Werke zieht. Ein befreundeter Philosoph, İsmail Metin Ayçiçek, beschreibt Ünver als jemanden, der „Mythen mit der Gegenwart verbinden“ kann und dessen Schreiben ein Akt der Identitätsfindung ist.

Ünver sieht die aktuelle Misere und den Niedergang der Völker des Nahen Ostens als das Ergebnis „mental-politischer Ursachen, die sich aus historischen Ereignissen und sozialen Traumata speisen.“ (Yazarın Ön Sözü, S. 18).

  1. Kritik an der Politisierung und Dogmatisierung der Religion

Ein wiederkehrendes Thema ist die Kritik an der Verwandlung von Religionen von „einfachen Aussagen und Einwänden, die anfangs die soziale Ordnung kritisierten, zu einem Streben nach Macht, Herrschaft und Staatlichkeit, sobald sie sich organisierten.“ (Yazarın Ön Sözü, S. 18). Dies führt laut Ünver unweigerlich zu Veränderungen und Ergänzungen in der Religion.

  • Ablehnung von Wundern und Mythen: Ünver hinterfragt die Wundergeschichten um den Propheten Mohammed scharf. Er stellt fest, dass „bei genauer Untersuchung und Befragung dieser Behauptungen sofort klar wird, dass Mohammed während seines Lebens kein einziges Wunder vollbracht hat.“ (Yazarın Ön Sözü, S. 18). Er erwähnt explizit die Spinnengeschichte in der Höhle während der Hidschra, die nicht im Koran erwähnt wird, und kritisiert sie als eine „Erfindung“, die später hinzugefügt wurde.
  • Der Koran als kein Wunder: Ünver geht so weit zu behaupten, dass selbst der Koran kein Wunder ist, da er „viele Widersprüche und Inkonsistenzen enthält und nachträglich interveniert wurde.“ (Yazarın Ön Sözü, S. 18). Er kritisiert auch, dass Mohammeds Analphabetismus als Wunder dargestellt wird, obwohl er als Mangel angesehen werden sollte.
  • Instrumentalisierung der Religion: Der Autor legt nahe, dass Religionen, insbesondere der Islam, zu einem Mittel für politische Ziele werden. Der „Glaube“ wird zu einem „Geschäft“ (70. Bölüm, S. 371), bei dem Belohnungen (Paradies) für Loyalität und Teilnahme an Kriegen versprochen werden.
  1. Die historische Erzählung: Mohammeds Aufstieg zur Macht durch Konflikte und Eroberungen

Das Buch stellt den Aufstieg Mohammeds und des frühen Islam als eine Kette von Auseinandersetzungen, Militäroperationen und strategischen Entscheidungen dar, die oft von materiellen Gewinnen (Beute) motiviert sind.

  • Anfänge in Mekka: Mohammeds frühe Jahre sind von Marginalisierung und Widerstand in Mekka geprägt. Er scheitert zunächst daran, die Menschen von seiner Prophetenschaft zu überzeugen und hält seine Botschaft drei Jahre lang geheim. Die Mekkaner, insbesondere Amr b. Hischam und Nadr b. Haris, lehnen Mohammeds Botschaft ab, da sie ihre Götter und ihre etablierte Ordnung in Frage stellt. Nadr b. Haris kritisiert Mohammeds Anspruch auf Prophetie und seine Absicht, die Kontrolle über Mekka zu übernehmen: „Der Zweck dessen ist, über uns zu herrschen. Das ist offensichtlich!“ (15. Bölüm, S. 183).
  • Hidschra nach Medina und die Medinische Verfassung: Die Auswanderung nach Medina wird als Wendepunkt dargestellt. Die Medinische Verfassung (Medine Vesikası) wird als Dokument beschrieben, das die „Spannungen zwischen den arabischen Medinern und den Juden schnell beilegte.“ (27. Bölüm, S. 273). Dies legt nahe, dass sie zunächst ein Mittel zur Herstellung von Stabilität war. Die Verfassung wird auch als Versuch dargestellt, Ungleichheiten zwischen jüdischen Stämmen zu beseitigen.
  • Konflikte mit Juden und Polytheisten: Die Beziehungen zu den jüdischen Stämmen werden als von „Misstrauen“ geprägt beschrieben, da „Religion für beide Gesellschaften ein Mittel zu nicht offenbarten Zielen war.“ (28. Bölüm, S. 280). Die Debatten zwischen Muslimen und Juden werden als Machtkämpfe dargestellt, in denen „jeder, der die Debatte gewann, die Herrschaft über die Erde erlangen würde.“ (28. Bölüm, S. 280).
  • Banu Qainuqa und Banu Nadir: Die Belagerung und Vertreibung der Banu Qainuqa und Banu Nadir werden als Beispiele für Mohammeds Durchsetzung seiner Autorität dargestellt. Die Behauptung eines Mordplans gegen Mohammed seitens der Nadir-Stämme wird von Ünver als Vorwand für ihre Vertreibung und die Beschlagnahmung ihres Eigentums dargestellt: „Der Prophet der Barmherzigkeit sollte doch keine Hunderte von Menschen der Banu Quraiza massakrieren.“ (76. Bölüm, S. 412).
  • Beutekriege (Gazavat): Der Autor betont die Bedeutung der „Beutekriege“ (Ganimet Savaşları) und „Gazavat“ für den Aufbau und die Aufrechterhaltung des Staates in Medina. Diese Überfälle waren notwendig, um „mehr Kämpfer und Reichtum zu erhalten.“ (70. Bölüm, S. 372). Mohammeds Handlungen, wie die Annahme von Beute und die Verteilung von Reichtum an Konvertiten, werden als „Kooperation mit habgierigen Menschen“ dargestellt (76. Bölüm, S. 411). Er kritisiert, dass der Islam unter dem Deckmantel des Dschihad „heidnische Traditionen“ fortsetzte und dass Mohammed unbemerkt zu dem „Feind“ wurde, den er ursprünglich bekämpfen wollte (76. Bölüm, S. 411-412).
  • Uhud-Schlacht und ihre Nachwirkungen: Die Niederlage in Uhud wird als Ergebnis der Gier nach Beute seitens der muslimischen Bogenschützen dargestellt, die ihre Position verließen, um sich an der Plünderung zu beteiligen (34. Bölüm, S. 351). Die anschließenden Plünderungen, wie der Überfall auf den Handelskonvoi der Quraysh und die Einnahme von Karada, zeigen die Abhängigkeit des frühen muslimischen Staates von materiellen Gewinnen.
  • Die Ermordung von Rivalen: Die gezielte Tötung von Mohammeds Gegnern, wie Ka’b b. Aschraf, wird als taktische Eliminierung von Bedrohungen dargestellt (33. Bölüm, S. 341-342).
  • Belagerung von Dschaffa: Die Eroberung von Dschaffa, einer Handelsstadt, wird als Demonstration von Mohammeds Entschlossenheit beschrieben, seine Ziele zu erreichen, auch wenn dies bedeutete, Gebete zu verkürzen oder zu verschieben (44. Bölüm, S. 450).
  • Eroberung von Mekka: Die Rückeroberung Mekkas wird als langersehnter Triumph Mohammeds dargestellt, der die Stadt als sein „Schicksal“ betrachtet (72. Bölüm, S. 384). Die Zerstörung der Idole in der Kaaba wird als Symbol für die Etablierung des Monotheismus dargestellt, aber auch als Fortsetzung einer alten Tradition unter neuem Namen: „Hubal war gegangen, und Allah war gekommen, aber es war von außen kaum zu bemerken.“ (76. Bölüm, S. 412).
  • Hudaybiya-Vertrag: Dieser Vertrag, der zunächst als Rückschlag empfunden wird, erweist sich als strategisch vorteilhaft für Mohammed, da er es ihm ermöglicht, seine Machtbasis in Medina zu konsolidieren und Allianzen mit anderen Stämmen zu schließen (57. Bölüm, S. 304ff, 71. Bölüm, S. 381ff).
  • Muta-Schlacht und Tabuk-Feldzug: Diese Feldzüge gegen das Byzantinische Reich werden als Zeichen für Mohammeds wachsende Ambitionen dargestellt, die über die Arabische Halbinsel hinausgehen. Die Erfahrungen aus diesen Schlachten prägen die militärische Strategie der Muslime. Der Tabuk-Feldzug wird auch als Gelegenheit genutzt, um von den Nicht-Muslimen Tribut zu fordern: „Sollen sie mir nicht glauben! Ich brauche ihren Glauben nicht! Es genügt, wenn sie den Tribut zahlen!“ (81. Bölüm, S. 446).
  1. Die Ära der Kalifen: Fortsetzung von Machtkämpfen und Expansion

Die Zeit nach Mohammeds Tod ist geprägt von internen Machtkämpfen und fortgesetzter Expansion.

  • Der Tod Mohammeds und die Sukzession: Die Ereignisse um Mohammeds Tod und die Nachfolgefrage sind von Intrigen und Meinungsverschiedenheiten geprägt (92. Bölüm, S. 476ff). Der Vorfall des „Qirtas“ (Papier), bei dem Mohammed eine letzte Anweisung geben wollte, aber von Umar daran gehindert wurde, wird als Beispiel für die Machtkämpfe im Hintergrund der Führung dargestellt.
  • Abu Bakrs Kalifat und die Ridda-Kriege: Die Ridda-Kriege (97. Bölüm, S. 493ff) gegen abtrünnige Stämme werden als entscheidend für die Konsolidierung des frühen islamischen Staates dargestellt. Der Autor beschreibt, wie Khalid ibn al-Walid im Auftrag Abu Bakrs Menschen tötet, die sich weigern, die Zakat an Medina zu zahlen, und dabei betont wird, dass die Frauen und Töchter der Ungläubigen als Kriegsbeute erlaubt sind.
  • Die Sammlung des Korans unter Abu Bakr: Die erste Sammlung des Korans wird als notwendige Maßnahme dargestellt, um die zerstückelten und mündlich überlieferten Verse in Buchform zu bringen (106. Bölüm, S. 546).
  • Umar und die Expansion: Umars Kalifat ist von massiver Expansion geprägt. Er wird als visionärer Führer dargestellt, der die arabische Einheit vorantreibt und Beute als Mittel zur Finanzierung seiner Ambitionen nutzt. Seine Politik der militärischen Expansion führt zu riesigen Mengen an Beute, was Medina zu einem Zentrum des Reichtums macht, aber auch die Abhängigkeit von weiteren Eroberungen schafft (109. Bölüm, S. 556).
  • Interne Konflikte und Umars Tod: Umars Tod durch einen persischen Sklaven wird als Ergebnis interner Spannungen und der Auswirkungen der Eroberungen dargestellt (114. Bölüm, S. 562).
  • Uthmans Kalifat und die Koransammlung: Uthmans Kalifat ist von Vorwürfen der Vetternwirtschaft und der ungleichen Verteilung des Reichtums geprägt (137. Bölüm, S. 599). Die erneute Sammlung des Korans unter Uthman wird als Versuch dargestellt, die Einheit des Islam zu wahren, aber auch als ein Prozess, der von Konflikten über die Authentizität und Interpretation der Verse begleitet war. Der Autor erwähnt, dass bei Uneinigkeiten stets der Quraish-Dialekt bevorzugt wurde.
  • Alis Kalifat und die Bürgerkriege (Jamal und Siffin): Alis Kalifat ist von Bürgerkriegen (Cemel und Siffin) geprägt, die die interne Zerrissenheit des frühen islamischen Staates offenbaren. Diese Kriege werden als Höhepunkt der Machtkämpfe dargestellt, die die Religion instrumentalisierten. Insbesondere die Schlacht von Siffin und der Schiedsrichtervorfall führen zur Spaltung der Muslime in verschiedene Fraktionen (141. Bölüm, S. 611ff).
  1. Diyarbakır/Amed und die Eroberung durch Muslime

Ein signifikanter Teil des Buches widmet sich der Belagerung und Eroberung von Diyarbakır (Amed) durch die muslimische Armee.

  • Multikulturelle und gespaltene Stadt: Amed wird als Stadt beschrieben, in der verschiedene religiöse Gruppen – Christen (Syrisch-Orthodoxe, Armenier, Rum-Orthodoxe, Nestorianer), Juden und Zoroastrier (Şemsiler) – zusammenlebten (115. Bölüm, S. 563). Diese Stadt war jedoch auch von internen Spaltungen und Rivalitäten zwischen den Kirchen geprägt (118. Bölüm, S. 574).
  • Militärische Strategie und Beute: Die Eroberung Ameds wird als ein weiteres Beispiel für die militärische Expansion der Muslime dargestellt, die auf Beute und der Ausdehnung des islamischen Staates basiert. Die muslimische Armee, bestehend aus 8.000 Soldaten (darunter 1.000 erfahrene Kämpfer aus Mohammeds Zeit), belagert die Stadt.
  • Verrat und Kapitulation: Die Belagerung ist von internem Verrat geprägt, wie dem Übertritt von Vali Islagurs zum Islam und seiner Zusammenarbeit mit den Muslimen (124. Bölüm, S. 627ff). Die Kapitulation der Stadt erfolgt unter Bedingungen, die die religiöse und kulturelle Autonomie der Nicht-Muslime einschränken (127. Bölüm, S. 633). Dazu gehört die Zahlung von Dschizya (Kopfsteuer), das Verbot des Neubaus von Kirchen, des Läutens von Glocken und des öffentlichen Tragens von Kreuzen.
  1. Religiöse und philosophische Überlegungen des Autors

Ünver verwebt in seiner historischen Erzählung immer wieder eigene philosophische und religiöse Reflexionen.

  • Kritik an Dogmatismus: Er kritisiert die blinde Gefolgschaft und den Dogmatismus, die er in vielen religiösen Gesellschaften sieht. Dies wird durch die Figur des Alfred Loisy, eines französischen katholischen Theologen, veranschaulicht, der „Dogmen, die jahrhundertelang als ‚Wahrheit‘ gelehrt wurden, aus wissenschaftlicher Sicht hinterfragte.“ (S. 14).
  • Identität und Schreiben: Schreiben ist für Ünver ein Akt der Identitätsfindung. Er zitiert sich selbst: „Kurz gesagt, Schreiben ist der Akt, die eigene Identität zu offenbaren. Ich kann sagen, dass Autorenschaft nur das Haben einer Identität ist.“ (S. 14).
  • Spinoza und die Bibelkritik: Die Erwähnung Spinozas und seiner Untersuchung des Alten Testaments deutet auf eine kritische Haltung gegenüber religiösen Texten und ihren Interpretationen hin, die über traditionelle Dogmen hinausgeht (S. 14).
  • „Modern Blindheit“: Der Autor beklagt eine „moderne Blindheit“ (S. 17), bei der Menschen schauen, aber nicht sehen, und Details übersehen. Dies ist eine Metapher für die Unfähigkeit oder den Unwillen, die tieferen Bedeutungen und Konsequenzen historischer oder religiöser Ereignisse zu erkennen.
  • Das Leid der Unterdrückten: Ünver, selbst kurdischer Abstammung, hebt die Perspektive der „unterdrückten kolonialisierten Bevölkerung“ hervor (S. 15), die die Ausbeutungsbeziehung in ihrem täglichen Leben hautnah erlebt. Die Sklaven in Mekka werden als diejenigen beschrieben, die die harten Lebensbedingungen und die „Tyrannei“ ihrer Herren nicht verstehen wollten (9. Bölüm, S. 129).
  1. Fazit

„Ganimet Savaşları“ präsentiert eine revisionistische Sicht auf die frühislamische Geschichte, die die Rolle von Macht, Beute und politischem Kalkül bei der Entstehung und Expansion des Islam hervorhebt. Ünver hinterfragt kritisch Wunder und dogmatische Interpretationen und stellt stattdessen eine Geschichte dar, in der pragmatische Entscheidungen und gewaltsame Eroberungen eine zentrale Rolle spielen. Sein Werk ist eine Anklage gegen die Tyrannei der Macht, unabhängig davon, ob sie im Namen von Religion oder Tradition ausgeübt wird, und eine Reflexion über die menschliche Natur und ihre Anfälligkeit für Gier und Dominanz.

Eroberungskriege: Ein Islamisches Epos

Ganimet Savaşları: Die Frühzeit des Islams

Diese Textauszüge stammen aus einem Buch mit dem Titel „Ganimet Savaşları – Kriege der Beute.pdf“ von M. Mehmet Ünver, veröffentlicht von Cinius Yayınları im Jahr 2022. Das Buch ist als historischer Roman klassifiziert und befasst sich mit den politischen und religiösen Entwicklungen im Nahen Osten, insbesondere der Entstehung des Islams und den frühen Jahren der muslimischen Gemeinschaft. Es beschreibt detailliert Ereignisse wie den Hudeybiye-Vertrag, die Auswanderung nach Medina (Hidschra)Schlachten und Kontroversen um Mohammed, die Sammlung des Korans unter Osman, sowie die Nachfolgestreitigkeiten nach Mohammeds Tod, die zur Spaltung zwischen Ali und Muawiya führten. Darüber hinaus enthält der Text Reflexionen über historische Figurenreligiöse Dogmen und die Natur der Macht.

 

Kriege der Beute: Macht und Religion im Nahen Osten

 

Detailliertes Briefing-Dokument: Analyse der Quellen zu „Ganimet Savaşları – Kriege der Beute“

Titel der Hauptquelle: Ganimet Savaşları – Bütün İktidarlar Zalimdir (Kriege der Beute – Alle Mächte sind grausam) Autor: M. Mehmet Ünver Verlag: Cinius Yayınları Erscheinungsjahr: 2022 (Dritte Auflage)

  1. Überblick über den Autor und seine Motivation
  2. Mehmet Ünver, geboren 1968 in Batman, wuchs in Armut auf und zog mit fünf Jahren nach Ankara. Er besuchte Grundschule, Mittelschule und eine Imam-Hatip-Schule, konnte aber aufgrund einer Krankheit kein Studium absolvieren. Später arbeitete er als Imam. Er wird als jemand beschrieben, der tief in die Materie eintaucht und Mythologie mit der Gegenwart verbindet. Ünver ist kurdischer Herkunft, was seine Perspektive auf Unterdrückung beeinflusst haben könnte.

Seine Motivation für das Werk „Ganimet Savaşları“ (Kriege der Beute) ist die Analyse der mentalen Ursachen für die Sackgasse und den Untergang der Völker des Nahen Ostens heute. Er sieht diese mentalen Ursachen in einem politischen Hintergrund historischer Ereignisse, die zu gesellschaftlichen Traumata geführt haben. Er plant, diese historische Entwicklung in drei Büchern darzulegen.

  1. Hauptthemen und zentrale Ideen

Das Buch „Ganimet Savaşları“ scheint eine kritische Neuinterpretation der islamischen Frühgeschichte und der Rolle der Religion in der Machtbildung zu sein. Es hinterfragt traditionelle Narrative und betont die politischen, wirtschaftlichen und menschlichen Aspekte von Konflikten und Entwicklungen.

2.1. Kritik an der Politisierung und Dogmatisierung der Religion

  • Säkularisierung des Ursprungs: Ünver argumentiert, dass alle Religionen, die anfangs mit einfachen Botschaften und Protesten gegen die gesellschaftliche Ordnung begannen, im Laufe ihrer Organisation zu Mächten, Autoritäten, Herrschaftsformen und Staaten wurden.
  • „Bu temel-de ele alındığında dinlerin siyasallaşma veya iktidarlaşma sürecinde değişmeleri ve ilaveler ile takviye edilmeleri kaçınılmaz olmaktadır. İslam da bir din olarak bu gerçeğin dışında tutulamaz.“ (Kapitel 18)
  • Historische Fiktionen und Manipulationen: Das Werk kritisiert die Einfügung von Propagandageschichten und Aberglauben in religiöse Texte zur Überzeugung der Massen. Er verweist auf das Beispiel der Spinne, die in der Höhle des Propheten Muhammad erwähnt wird, obwohl der Koran diese Details nicht enthält.
  • „Kur’an’da mağaradan bahsedilirken örümcekten veya başka hiçbir detaydan bahsedilmez. Üstelik “onu sizin görmediğiniz bir ordu ile destek-ledi” demekle gözle görülen koruma araçlarının varlığını da bir ihtimal olmaktan çıkartmaktadır. Oysa günümüzde örümcek olayı mağaradan daha meşhur olmuş-tur.“ (Vorwort des Autors)
  • Ablehnung von Wundern und irrationalen Ansprüchen: Der Autor hinterfragt die Existenz von Wundern im Leben des Propheten Muhammad und bezeichnet die Behauptung, der Koran sei ein Wunder, als falsch, da er „viele Widersprüche und Inkonsistenzen“ enthält und „nachträglich bearbeitet“ wurde. Die Analphabetismus Muhammads wird nicht als Tugend, sondern als Mangel dargestellt, der im Laufe der Geschichte als Wunder missinterpretiert wurde.
  • „Muhammed’in hayatı boyunca tek bir mucize dahi gösteremediği hemen an-laşılmaktadır… İçinde pekçok çelişki ve tutarsızlık bulunan ve sonradan müdahale gören Kur’an da bir mucize olmaktan oldukça uzaktır.“ (Vorwort des Autors)
  • Kritik an religiösem Dogma: Die Figur des Alfred Loisy, eines katholischen Theologen, der Dogmen im Lichte wissenschaftlicher und historischer Erkenntnisse in Frage stellte und dafür exkommuniziert wurde, dient als Beispiel für die Kritik an der Starrheit religiöser Institutionen. Dies deutet auf eine ähnliche kritische Haltung gegenüber etablierten islamischen Dogmen hin.

2.2. Die Natur der Macht und der Krieg (Ganimet Savaşları)

  • Macht als grausame Konstante: Der Titel „Bütün İktidarlar Zalimdir“ (Alle Mächte sind grausam) fasst die zentrale These zusammen. Unabhängig von der Ideologie oder dem Namen der Machthaber bleibt die Natur der Macht selbst brutal und ungerecht.
  • „Hangi iktidar zulmetmemişti ki! İktidara giden yollar daima acımasız ve haksız davranmaktan geçmemiş miydi?“ (Kapitel 51, bezogen auf die Kurayza-Massaker)
  • Krieg als Mittel zur Machtkonsolidierung und zum Erwerb von Beute: Die Eroberungen und Kriege werden nicht nur als religiöse Expansion, sondern explizit als „Kriege der Beute“ dargestellt. Die Notwendigkeit von Beute (Ganimet) ist ein treibender Faktor für militärische Expansion und die Aufrechterhaltung der loyalen Gefolgschaft.
  • „Bu devletin sağlam temeller üzerinde ikame ettirilmesi için daha fazla savaşçıya ve servete ihtiyaç vardı. İşte yağma ekipleri ve Gazveler tam da bunun için var-lardı. İnsanların fiili kurulan devlete ikna olmaları ve birliklerini devam ettirmeleri ancak bu araçla mümkün olabilirdi.“ (Kapitel 70)
  • Der Übergang von Hubel zu Allah: Der Autor zieht Parallelen zwischen den vorislamischen Praktiken und dem frühen Islam. Obwohl Muhammad die Götzen in der Kaaba zerstörte, wurden viele der alten Traditionen und Mentalitäten unter dem Namen „Islam“ fortgesetzt.
  • „Mesela Mekke’de Hubel gitmiş ve yerine Allah gelmişti ama bunu dışardan bakınca fark etmek pek mümkün değildi. Âdeta Hubel’in adı Allah olmuş gibiydi. Hubel zamanında ne yapılıyorsa şimdi aynı işler Allah ve Elçisi adına yapılıyordu.“ (Kapitel 76)
  • Die Rolle von Beute bei der Bindung von Anhängern: Ganimet zog auch Ungläubige und Ungläubige in die Reihen der Muslime, da es eine fortgesetzte Tradition der vorislamischen Zeit war.
  • „Ganimet söz konusu olduğunda davetine dinsiz, inançsız insanlar dahi koşup geliyorlardı. Geliyorlardı çünkü ganimet cahiliye döneminin hâlâ sürdürülen bir geleneğiydi.“ (Kapitel 76)

2.3. Die menschliche Natur und die Illusion von Fortschritt

  • Der naive Adam: Die Erzählung von Adam zeigt einen Menschen, der anfänglich ängstlich und unwissend ist, die Natur erkundet, aber auch Freude an der Hilflosigkeit der Schafe findet und von der Dunkelheit geängstigt wird. Er ist zunächst abhängig von Gottes Anweisungen, wird aber ermutigt, sich selbst zu vertrauen.
  • „Tanrı ikaz eden bir sesle “Kendine güvenmeyi öğrenmelisin!” dedi.“ (Frühes Kapitel, nach Adams Klagen)
  • Die Rolle der Frauen (Eva, Marya, Aischa): Eva wird als diejenige dargestellt, die mutiger als Adam ist und die verbotene Frucht nimmt, nachdem sie von der Schlange über die Schönheit und den Verlust der Haare verführt wurde. Marya wird der Untreue beschuldigt, als sie schwanger wird, was die männliche Angst vor unsicherer Vaterschaft widerspiegelt. Aischas Charakter wird durch Eifersucht und Misstrauen geprägt, insbesondere in der „Ifk-Affäre“ und in Bezug auf Muhammads neue Ehefrauen.
  • „Bu meyveyi yersen bütün kılların dökülür. Şu hurilerden bile güzel görünürsün,” diye fısıldadı.“ (Kapitel 7, über die Schlange, die Eva verführt) „Muhammed cariyesi Marya‘nın hamile kaldığını öğrendiğinde mutluluktan âdeta havalara uçmuştu.“ (Kapitel 65) „Aişe kendisine kıskançlık okunan soğuk bir bakış fırlattıktan sonra “Bir Yahudi kadın gibi buldum,“ dedi.“ (Kapitel 64, Aischas Reaktion auf Safiyye)
  • Wiederkehrende Zyklen der Geschichte: Die Quelle deutet an, dass sich die Geschichte in Zyklen wiederholt und nur die Namen der Religionen und Machthaber wechseln, während die grundlegenden menschlichen Verhaltensmuster und Machtstrukturen bestehen bleiben.
  • „Bu bir tarihi tekrardır, değişen yalnızca din ve din adamlarıdır. Yani Müslümanlar galip gelse de, iktidarlar dışında değişen bir şey olmayacak!“ (Kapitel 123)
  • Utopische Visionen und Realität: Die Vorstellung einer „Goldenen Ära“ (Asrı Saadet) unter Muhammad, in der Harmonie und Perfektion herrschen, wird als Illusion entlarvt, die die Menschen daran hindert, sich der realen, oft widersprüchlichen und grausamen Natur ihrer eigenen Geschichte und Religion zu stellen.
  • „Çünkü bu iddia ve tasavvurlarda ‘Asrı Saadet’ dedikleri Muhammed’in Medine’de iktidar olduğu dönemde Müslümanların tıpkı cennette olduğu gibi kurtla kuzu birarada, barış ve huzur içinde, mutlu ve kusursuz bir hayatı yaşadık-ları iddia ediliyordu.“ (Kapitel 158)

2.4. Kritische Betrachtung islamischer Persönlichkeiten und Ereignisse

  • Muhammad als politischer Führer: Muhammad wird nicht nur als Prophet, sondern auch als pragmatischer Politiker und Militärführer dargestellt. Seine Entscheidungen, wie die Ausrichtung der Gebetsrichtung, die Heiratspolitik (z.B. mit Juwayriyya zur Konsolidierung von Allianzen), die Behandlung von Kriegsgefangenen und die Beuteverteilung, werden oft aus einer machtpolitischen Perspektive analysiert.
  • „Muhammed’in Medine’de etkisini daha çok hissettiren Muhammed, Yahudiler ile aynı kıbleye dönerek namaz kılınmasından giderek rahatsız olmaya başlamıştı. Zaman zaman bu konuda söylenenlere kendisi de hak verdiğini itiraf ediyordu.“ (Kapitel 30, Bedir Savaşı) „Peygamberlik hırsına ve iktidar tutkusuna teslim olan Muhammed Peygamberliğini kabul ettirmek için ganimet hırsı olan insanlarla düpedüz işbirliği yapıyordu. Bazen ahiret için cenneti vaat eden bir elçi, bazen de dünya için gani-met dağıtan bir kral gibi davranıyordu.“ (Kapitel 76)
  • Das Massaker an den Banu Qurayza: Dieses Ereignis wird als grausamer Akt dargestellt, der die prophetische Rolle Muhammads in Frage stellt. Die Freude Muhammads über das Urteil und die Zerstörung der Banu Qurayza, um die Macht zu konsolidieren, wird hervorgehoben.
  • „Ganimetçilerin peşine takılmış ve onların gücüyle dinini yaymaya çalışan bir peygamber nereye kadar gidebilirdi?“ (Kapitel 76) „Buluğ çağına girmiş erkeklerin öldürülmesine, kadınların ve çocukların esir alınması-na, malların ise savaş ganimeti olarak gasp edilmesine hükmettim,“ dedi.“ (Kapitel 51)
  • Die Nachfolgekonflikte (Hilafet): Die Konflikte um die Nachfolge Muhammads werden als Machtkämpfe zwischen rivalisierenden Stämmen und Individuen dargestellt, nicht als rein religiöse Fragen. Die Skepsis gegenüber Abu Bakr und der Verrat von Khalid b. Walid an Ali werden detailliert beschrieben.
  • „Halifelik konusu Ebu Bekir ile Ömer’in sandığı gibi çabuk sindirilecek veya unu-tulacak bir mesele değildi.“ (Kapitel 99) „İktidar talep edilecek bir şey olmadığı gibi kim-seye teklif de edilmezdi. İktidar ancak kazanılarak elde edilirdi.“ (Kapitel 96)
  • Die Härte und Effektivität von Omar: Omar wird als jemand beschrieben, der pragmatische, oft harte Entscheidungen traf, um die Macht des Staates zu konsolidieren. Er nutzte die Religion als Werkzeug zur Schaffung einer „Gott-Staat“-Verbindung und zur Motivierung der Soldaten für Eroberungen und Beute.
  • „Ömer, insanların bütün şahsi çıkar ve beklentilerinden arındırıldığı; Tanrı-Peygamber-Din-Devlet şeklinde kutsallaştırılan bu davanın dört değer üzerinde yükseldiği bir düzeni bina etmeyi doğru buluyordu.“ (Kapitel 108)
  • Osman und die Korruption: Osmans Regierungszeit ist geprägt von Vetternwirtschaft und Korruption, die zu Unzufriedenheit und letztlich zu seiner Ermordung führten. Die Verteilung von Beute an Verwandte und die ökonomische Krise werden als Ursachen des Aufstands genannt.
  • „Osman’la valileri aleyhindeki şikâyet konuları sadece isyanın dışarıdan görünen sebepleriydi. Sorunların altında yatan gerçek neden; bazı siyasal, ekonomik ve sosyal değişikliklerden kaynaklanıyordu.“ (Kapitel 135)
  • Die Ambivalenz von Muawiya: Muawiya wird als geschickter Politiker und Verwalter beschrieben, der die römische Verwaltungstradition nutzte und auch Nicht-Muslime in seine Verwaltung aufnahm. Er war erfolgreich, obwohl er dem Islam persönlich weniger Achtung entgegenbrachte als religiöse Führer.
  • „İslam dinine hiç saygısı olmayan sadece çıkarları temelinde değerlendiren bu adamın devlet ve siyaset işleri söz konusu olduğunda, ahirette cennetle müjdelenmiş, dünyada da arkasına Allah’ın desteğini almış bulunan Ha-life Osman’dan bile daha başarılı olmasıydı.“ (Kapitel 139)
  • Die Rolle des Korans und seine Kompilation: Die Fragmentierung der Koranverse und die Notwendigkeit ihrer Kompilation unter Abu Bakr und Osman werden thematisiert, was die menschliche und historische Natur des Textes hervorhebt.
  • „Zeyd’in getirip Ebu Bekir’e teslim ettiği ve ilk defa bir arada gelişigüzel derlen-miş olan bu sayfalara “Mushaf” adı verildi.“ (Kapitel 105)

2.5. Zwischenmenschliche Beziehungen und psychologische Tiefe

  • Freundschaft und Verrat: Die Beziehungen zwischen den Charakteren sind komplex. Freundschaften wie die zwischen Sipi, Hammurabi und Azra kontrastieren mit Verrat und Intrigen in politischen und religiösen Kontexten.
  • Angst und Resignation: Viele Charaktere sind von Angst und Verzweiflung geplagt, sei es Adam in der Wildnis, die Bewohner von Amed während der Belagerung oder die jüdische Bevölkerung in Haybar. Diese Gefühle prägen ihre Entscheidungen.
  • Die Suche nach Sinn und die Grenzen der Moral: Die Charaktere ringen mit existenziellen Fragen, der Sinnhaftigkeit ihres Glaubens und der Rechtfertigung von Gewalt. Die Frage, ob der Zweck die Mittel heiligt, zieht sich durch die Erzählung.
  • „Belki de civarda olduğu gibi savaş yalnızca iktidar olanları hedef alacak ve ipler işbirlikçilerin eline verilecekti.“ (Kapitel 119)
  1. Historischer Kontext und geografische Schauplätze

Das Werk deckt eine breite historische Periode ab, die von der Schöpfungsgeschichte (Adam und Eva) über die vorislamische Ära in Mekka und Medina bis hin zu den frühen islamischen Eroberungen und den Nachfolgekonflikten (Fitna) reicht.

  • Vorislamische Arabien: Darstellung der wirtschaftlichen Bedeutung Mekkas (Kaaba, Handel, Sklavenhandel) und der polytheistischen Religion mit ihren Göttern Lat, Uzza und Manat. Auch die Rolle von Prophezeiungen und dem Warten auf einen Retter wird beleuchtet.
  • Medina als Machtzentrum: Die Entwicklung Medinas von einer Stadt voller interner Konflikte (z.B. zwischen Aus und Khazraj, und den Juden) zu einem vereinten islamischen Staat unter Muhammad wird detailliert beschrieben. Die Medina-Urkunde wird als Versuch dargestellt, Konflikte zu lösen, obwohl Misstrauen und Machtspiele weiterbestehen.
  • Expansion des Islam: Die Eroberungen von Haybar, die Belagerung von Amed/Diyarbakır, und die Feldzüge gegen das Byzantinische und Sassanidische Reich zeigen die militärische Expansion.
  • Nachfolgekonflikte: Die Schlachten von Jamal, Siffin und Karbala werden als blutige Machtkämpfe um die Kontrolle des islamischen Staates dargestellt, die tiefe Spaltungen in der muslimischen Gemeinschaft hinterließen.
  1. Besondere Akzente und Erzähltechniken
  • Detaillierte Beschreibung von Emotionen und inneren Konflikten: Der Autor legt großen Wert auf die Darstellung der psychologischen Zustände der Charaktere, ihre Ängste, Zweifel, Eifersucht und Hoffnungen.
  • Alltag und gesellschaftliche Strukturen: Neben den großen politischen und militärischen Ereignissen werden auch Einblicke in den Alltag, die Rolle der Sklaverei, soziale Normen und die wirtschaftlichen Gegebenheiten der Zeit gegeben.
  • Dialoge zur Darstellung von Konflikten: Viele der ideologischen und politischen Auseinandersetzungen werden durch Dialoge zwischen den Charakteren verdeutlicht (z.B. Muhammad und Nadr b. Haris, Ali und Muawiya).
  • Symbolik: Die Erzählung von Adam und Eva ist reich an Symbolik, die die menschliche Natur und ihre Beziehung zu Wissen, Macht und Verlust widerspiegelt. Die Geschichte des Pferdes „Işık“ und der drei Freunde in Amed scheint ebenfalls eine symbolische Ebene zu haben, die die Suche nach Freiheit und die Unvermeidlichkeit des Schicksals beleuchtet.
  • Intertextualität: Der Autor bezieht sich explizit auf den Koran und andere religiöse Texte, um traditionelle Interpretationen zu hinterfragen oder neu zu kontextualisieren.
  1. Schlussfolgerung

„Ganimet Savaşları“ ist ein ambitioniertes Werk, das eine revisionsistische Perspektive auf die islamische Frühgeschichte bietet. Es stellt die Gräuel der Macht, die menschliche Natur und die Politisierung der Religion in den Mittelpunkt. Indem es die traditionellen Narrative dekonstruiert und die Akteure in ihren menschlichen Schwächen und strategischen Berechnungen darstellt, fordert es den Leser auf, die Geschichte kritisch zu hinterfragen und die tief verwurzelten Ursachen der Konflikte im Nahen Osten zu verstehen. Das Buch positioniert sich als eine radikale, kritische Auseinandersetzung mit der islamischen Geschichte, die traditionelle Heldenbilder demontiert und die dunklen Seiten der Macht schon im Entstehungsprozess des Islam beleuchtet.

 

Wie beeinflussten theologische und politische Konflikte die frühe islamische Geschichte?

 

Theologische und politische Konflikte spielten eine entscheidende Rolle in der prägenden Phase der frühen islamischen Geschichte und beeinflussten sowohl die Entwicklung der Religion als auch die Formierung des islamischen Staates. Diese Konflikte waren oft untrennbar miteinander verbunden, wobei theologische Argumente politische Ziele untermauerten und umgekehrt.

Frühe theologische und politische Konflikte unter Prophet Muhammed:

  • Ablehnung der polytheistischen Traditionen Mekkas: Muhammeds Verkündigung eines einzigen, unsichtbaren Gottes (Allah) stieß auf starken Widerstand bei den polytheistischen Mekkanern, insbesondere bei der Quraysh-Elite wie Amr b. Hisham und Abduluzza. Sie sahen in seiner Botschaft eine Bedrohung ihrer etablierten Götter (Lat, Uzza, Menat) und ihrer politischen sowie wirtschaftlichen Macht, die eng mit dem Status der Kaaba als Kultzentrum verbunden war.
  • Wirtschaftlicher und sozialer Druck: Die Mekkaner reagierten auf Muhammeds wachsende Anhängerschaft mit Verfolgung und einem Boykott, der die Muslime wirtschaftlich isolierte. Dieser Boykott zwang Muhammed und seine Anhänger zu großen Entbehrungen und führte schließlich zur Umsiedlung nach Abessinien und Medina.
  • Muhammeds Legitimationsstrategie: Muhammed nutzte seine Offenbarungen, um seine Rolle als Gesandter Gottes zu untermauern und seine Botschaft als Fortsetzung der jüdischen und christlichen Traditionen darzustellen. Die Akzeptanz dieser göttlichen Legitimation war entscheidend für seine wachsende Anhängerschaft.
  • Konflikte in Medina: Nach der Hidschra (Auswanderung) nach Medina löste Muhammed die internen Konflikte zwischen den Stämmen der Aws und Khazraj, indem er sich als neutraler „Gottesmann“ positionierte und so eine neue politische Ordnung etablierte.
  • Vertreibung jüdischer Stämme: Die jüdischen Stämme (Qaynuqa, Nadir, Qurayza) in Medina wurden als politische Rivalen wahrgenommen und nach verschiedenen Konflikten militärisch besiegt, vertrieben oder eliminiert. Diese Aktionen wurden oft mit theologischen Begründungen, wie der Missachtung von Verträgen oder Verrat, gerechtfertigt und führten zur Konfiszierung ihrer Besitztümer als Kriegsbeute (Ghanimah).
  • Kriegsbeute und Expansion: Die militärischen Kampagnen Muhammeds (z.B. Bedr, Uhud, Khaybar, Einnahme Mekkas) waren nicht nur politisch und strategisch motiviert, sondern auch stark von der Aussicht auf Kriegsbeute (Ghanimah) beeinflusst, die zur Finanzierung des neuen Staates und zur Belohnung der Anhänger diente. Die göttliche Rechtfertigung für Kriege gegen Nichtgläubige und die Verteilung der Beute waren zentrale theologische Aspekte.
  • Umgang mit Rivalen: Muhammeds Umgang mit oppositionellen Dichtern oder falschen Propheten (wie Nadr b. Haris, Ümeyye b. Salt oder Esvedül Ansi) zeigte die politische Dimension der Prophetenrolle, die keine Abweichung oder Infragestellung duldete.

Theologische und politische Konflikte nach Muhammeds Tod:

  • Nachfolgestreit (Schiiten und Sunniten): Muhammeds Tod löste eine Krise um die Führung des islamischen Staates aus. Die Frage, wer sein rechtmäßiger Nachfolger sein sollte, führte zur Spaltung in Sunniten und Schiiten. Während die Schiiten die Nachfolge durch Blutsverwandtschaft (Ali) als göttlich bestimmt ansahen, befürworteten die Sunniten die Wahl des fähigsten Kandidaten durch die Gemeinschaft. Dies führte zu jahrhundertelangen blutigen Konflikten, die bis heute nachwirken.
  • Militärische Expansion und theologische Rechtfertigung: Die Kalifen (Abu Bakr, Umar, Uthman, Ali) setzten die militärische Expansion fort, die von Muhammed initiiert worden war. Feldzüge wurden als „Jihad“ (heiliger Krieg) theologisch legitimiert, um Nicht-Muslime zu unterwerfen und die Herrschaft des Islam zu verbreiten. Die Gewinnung von Kriegsbeute und die Einnahmen aus der Jizya (Kopfsteuer) waren entscheidend für die Finanzierung des wachsenden Reiches.
  • Staat und Religion als Einheit: Die Quellen betonen, dass Muhammeds Staat und der Islam eng miteinander verknüpft waren: „Wer keinen Staat hat, dessen Religion existiert auch nicht.“ Dies bedeutete, dass die politische Macht der Islamischen Gemeinschaft die theologische Gültigkeit und Glaubwürdigkeit der Religion sicherte. Umar festigte diese Struktur weiter, indem er den Staat mit dem Glauben an Allah institutionalisierte und die Rolle des Kalifen als heilige Figur betonte.
  • Kompilierung des Korans: Politische und theologische Bedenken führten zur Kompilierung des Korans unter Abu Bakr und später unter Uthman. Die Befürchtung, dass unterschiedliche Lesarten und fehlende schriftliche Fixierungen die Einheit der Umma gefährden könnten, führte zu der Entscheidung, eine standardisierte Version des Korans zu erstellen und andere Handschriften zu zerstören. Dies war ein entscheidender theologisch-politischer Schritt zur Sicherung der religiösen Einheit.
  • Aufstieg neuer Dynastien und theologische Argumente: Die Herrschaft der Umayyaden und Abbasiden war von theologischen und politischen Konflikten geprägt. Muawiya, der erste Umayyaden-Kalif, nutzte zum Beispiel die Anschuldigung, Ali sei für den Tod Uthmans mitverantwortlich, um seine eigene Macht zu legitimieren. Er etablierte eine erbliche Dynastie, was eine theologische Abkehr von der ursprünglichen Wahlsukzession darstellte und oft mit dem Argument „Staat für Gott“ gerechtfertigt wurde. Später wurden auch Ketzereien (Takfir) und die Behauptung, der Gegner sei ein Lügner oder Abtrünniger, als Werkzeuge im politischen Machtkampf eingesetzt.
  • Sektarische Spaltungen: Die politischen und theologischen Auseinandersetzungen führten zur Entstehung zahlreicher islamischer Sekten (Hanefi, Maliki, Schafi, Hanbali, Zahiri, Caferi, Ismaili, Zeydi, Ibadiyya, Salafiyya, Asch’ariyya, Maturidiyya, Mu’tazila, Dschabriyya, Dschahmiyya, Mudschi’a, Qadariyya, Ibahiyya und Mudschassima). Diese Spaltungen resultierten aus unterschiedlichen Interpretationen der Scharia, der Prophetenüberlieferung und der Rolle des Kalifats, oft beeinflusst von regionalen Besonderheiten und Machtkämpfen.
  • Kerbela-Massaker: Das Massaker von Kerbela, bei dem Ali’s Enkel Hüseyin und seine Familie getötet wurden, war der Höhepunkt der schiitisch-sunnitischen Spaltung. Es zeigte, wie politische Machtansprüche und theologische Dogmen zur Brutalität gegen die eigene Gemeinschaft führen konnten, selbst gegen die Familie des Propheten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass theologische und politische Konflikte die frühe islamische Geschichte tiefgreifend prägten. Sie waren nicht nur separate Ereignisse, sondern bildeten ein komplexes Geflecht aus Machtansprüchen, Legitimation durch göttliche Offenbarung, militärischer Expansion, Ressourcenkontrolle und der Entstehung unterschiedlicher Glaubensrichtungen und Schulen, die die islamische Welt bis heute kennzeichnen.

Alfred Loisy war ein französischer katholischer Geistlicher, der von 1857 bis 1940 lebte. Er war ein Vertreter der modernistischen Kommentatoren.

Loisy forderte die römisch-katholische Kirche mit seinen kritischen Kommentaren zu christlichen Werten und der Bibel heraus. Seine Analysen basierten auf einer zunehmenden Vertiefung von Kritiken, die seit Spinoza entstanden waren, sowie auf einem außergewöhnlich schnell wachsenden Korpus wissenschaftlicher und historischer Erkenntnisse. Er versuchte der Kirche eine Möglichkeit zur Erneuerung zu bieten, da er sah, dass sie versuchte, den Status quo zu bewahren, sich dadurch aber von wissenschaftlichen Erklärungen entfernte und den Kontakt zu gesellschaftlichen Realitäten verlor.

Das Vatikan, das jede neue Interpretation ablehnte und sich selbst als einzige autorisierte Instanz für Interpretationen sah, exkommunizierte Loisy. Trotz der Exkommunikation setzte Loisy seine Bemühungen fort. Es war das Ziel seines Lebens, Dogmen, die über Jahrhunderte als „Wahrheit“ gelehrt wurden, aus wissenschaftlicher Sicht zu hinterfragen. Seine Methode, die ursprünglich für die Interpretation religiöser Quellen verwendet wurde, fand schließlich auch Anwendung in vielen anderen Bereichen wie Literatur, Kunst und Theater.

 

Welche Rolle spielten Handel und Kriege bei der Expansion des frühen Islam?

Handel und Kriege spielten eine untrennbare und zentrale Rolle bei der Expansion des frühen Islam und prägten die Entwicklung der Religion sowie die Formierung des islamischen Staates. Diese beiden Faktoren waren oft miteinander verknüpft, wobei Handelsinteressen Konflikte anheizten und Kriegsbeute die weitere Expansion ermöglichte.

Rolle des Handels bei der Expansion des frühen Islam:

  • Mekka als Handelszentrum: Bereits vor dem Aufkommen des Islam war Mekka eine wichtige Drehscheibe für den Handel mit Waren und Gewürzen aus Indien, die über Abessinien und den Persischen Golf umgeschlagen wurden. Die zunehmenden Handelsaktivitäten der Kureysch-Stämme in der Hedschas-Region störten die Handelserträge benachbarter Staaten und Stämme und führten zu ständigen Interessenskonflikten und Kriegen, den sogenannten Ficâr-Kriegen.
  • Muhammeds frühe Handelsaktivitäten: Prophet Muhammed selbst war in jungen Jahren in Handelskarawanen tätig, die ihn in verschiedene Regionen Arabiens, nach Jerusalem, Busra und Syrien führten. Diese Reisen trugen zu seiner persönlichen Entwicklung und Wissenserweiterung bei.
  • Wirtschaftlicher Druck und Boykott: Die polytheistische Elite Mekkas, wie Amr b. Hişam und Abduluzza, sah in Muhammeds Botschaft eine Bedrohung ihrer politischen und wirtschaftlichen Macht, die eng mit dem Status der Kaaba als Kult- und Handelszentrum verbunden war. Sie reagierten mit Verfolgung und einem wirtschaftlichen Boykott gegen die Muslime, der Muhammed und seine Anhänger zu grossen Entbehrungen zwang.
  • Kontrolle über Handelsrouten: Nach der Hidschra nach Medina errichtete Muhammed eine neue politische Ordnung. Die Sicherung und Kontrolle von Handelsrouten wurde zu einem strategischen Ziel. So entsandte er Überfalltrupps, um Kureysch-Karawanen abzufangen. Die Medinenser hatten ein grosses Interesse an der Sicherheit der Handelswege nach Syrien, da diese für ihre Wirtschaft entscheidend waren. Die Blockade von Handelswegen (z.B. nach Syrien und Ägypten) durch die Muslime schadete der Wirtschaft Mekkas erheblich.
  • Jüdische Handelszentren: Hayber, ein wichtiges jüdisches Handels- und Agrarzentrum auf dem Weg zwischen Medina und Damaskus, wurde von Muhammed erobert, da die dortige jüdische Bevölkerung durch Handel immer mächtiger wurde und ein Hindernis für die Expansion darstellte. Auch andere jüdische Gemeinden wie Teyma akzeptierten die Zahlung von Dschizya (Kopfsteuer), um ihre Gebiete und Handelsrechte zu behalten.
  • Zakat als Staatseinnahme: Mit der Konsolidierung der Macht sandte der Staat Medina Zakat-Beamte zu den Stämmen, um eine weitere Einnahmequelle für das Reich zu sichern.

Rolle der Kriege (Ganimet/Beute) bei der Expansion des frühen Islam:

  • Raubzüge und deren Rechtfertigung: Frühe militärische Aktionen der Muslime, oft als Raubzüge (Yağma) bezeichnet, zielten auf Karawanen ab. Die Tötung eines Mekkaners und die Gefangennahme von zwei Männern während des heiligen Monats Radschab wurden durch göttliche Offenbarung gerechtfertigt, die besagte, dass die Blockade des Weges Allahs und die Vertreibung des Volkes aus Mekka noch grössere Sünden seien als der Kampf im heiligen Monat.
  • Bedir als Wendepunkt: Die Schlacht von Bedir war ein entscheidender militärischer Erfolg, bei dem die Muslime beträchtliche Kriegsbeute (150 Kamele, 10 Pferde, Kriegsgeräte, Kleidung) und 70 Gefangene erlangten. Dieser Sieg stärkte den Glauben an die göttliche Unterstützung für Muhammed.
  • Verteilung der Kriegsbeute: Muhammed verteilte einen grossen Teil der Beute an seine Anhänger, wobei ein Fünftel (Chumus) für den Staat (Beytülmal) und seine Familie reserviert war, und der Rest unter den Kämpfern aufgeteilt wurde. Diese Verteilung lockte viele dazu an, an den Feldzügen teilzunehmen.
  • Vertreibung jüdischer Stämme: Die jüdischen Stämme von Medina (Kaynuka, Nadir, Qurayza) wurden nach Konflikten vertrieben oder getötet, und ihr Besitz wurde als Kriegsbeute konfisziert. Dies wurde mit theologischen Argumenten wie Verrat gerechtfertigt.
  • Theologische Legitimierung der Kriege: Der Koran lieferte Ayets, die militärische Expansion und die Einnahme von Kriegsbeute rechtfertigten. Beispielsweise befahl eine Ayet in Sure al-Anfal (8/57), Gegner zu zerstreuen, um sie zu einer Lehre zu machen. Eine weitere Ayet in Sure al-Haschr (59/5) erlaubte das Fällen von Palmen, um Abtrünnige zu demütigen. Insbesondere die Sure at-Tawba (9/29) befahl den Kampf gegen die „Leute des Buches“, bis sie die Dschizya in Unterwerfung zahlen.
  • Finanzierung des Staates: Kriegsbeute (Ghanimah) und die Dschizya-Steuer waren entscheidend für die Finanzierung des wachsenden islamischen Reiches. Nach dem Tod Muhammeds setzten die Kalifen diese militärische Expansion fort, und die Eroberungen von Kalid b. Walid im Irak und in Syrien brachten enorme Reichtümer nach Medina. Kalif Umar erkannte, dass der Fortbestand des Staates von diesen externen Ressourcen abhing.
  • Kritik an der Beutewirtschaft: Es gab auch kritische Stimmen innerhalb der Quellen. Muhammeds Fokussierung auf Beute wurde hinterfragt, insbesondere nach dem Massaker an den Banu Qurayza, bei dem Hunderte von Männern getötet wurden. Einige sahen darin eine Abkehr von der ursprünglichen Botschaft des Propheten.
  • Wirtschaftskrisen: Nach dem Höhepunkt der Eroberungen und dem Rückgang neuer Kriegsbeute kam es zu einer Wirtschaftskrise, die zu Unzufriedenheit unter den Soldaten und in der Bevölkerung führte und zur Opposition gegen Kalif Osman beitrug.
  • Assimilationspolitik: Die Eroberungen führten zu einer umfassenden Assimilationspolitik in den eroberten Gebieten. Nicht-arabische oder nicht-arabisch sprechende Gemeinschaften sollten ihre frühere Kultur, Sprache und Überzeugungen schnell vergessen, um die Loyalität zum neuen islamischen Staat zu sichern.

Die Verflechtung von Handel und Krieg:

Die frühe islamische Expansion zeigt eine klare Verflechtung von Handelsinteressen und militärischer Gewalt. Handelsrouten waren strategische Ziele, und die Gewinne aus Überfällen und Eroberungen finanzierten den wachsenden Staat und motivierten die Kämpfer. Theologische Rechtfertigungen dienten dazu, diese Aktionen zu legitimieren und eine moralische Grundlage für die Expansion zu schaffen. Der islamische Staat entwickelte sich zu einem Imperium, dessen Stabilität und Wachstum stark von der Fähigkeit abhing, Ressourcen durch Eroberungen zu sichern und Handelswege zu kontrollieren.

Epochs of Faith and Conflict

Early Islamic History: From Creation to Abbasid Rule

These texts provide an overview of early Islamic history, beginning with creation narratives and the story of Adam, drawing parallels and contrasts with Judeo-Christian accounts. They document the life and challenges faced by Prophet Muhammad, including his interactions with various tribes in Mecca and Medina, key battles like Badr and Uhud, and the expansion of early Muslim influence. The sources also explore the succession of leadership after Muhammad’s death, detailing the reigns of the early Caliphs, particularly Abu Bakr and Umar, and the conflicts and political intrigues that arose, such as the struggles of Ali and the emergence of different factions within Islam. Finally, the texts touch upon later periods of Islamic history, including the Qarmatian movement and its distinct beliefs, and a brief mention of Abbasid rule and the broader impact of Islamic expansion on various cultures and societies.

 

Early Islam: From Genesis to Governance

This detailed briefing document summarizes the main themes, important ideas, and facts presented in the provided source „Ganimet Savaşları“.

Briefing Document: „Ganimet Savaşları“ – Key Themes and Facts

This document outlines core themes and significant events within the provided text, focusing on the character of Adem, the rise of Muhammad, the formation and challenges of early Islam, and broader philosophical and theological discussions.

  1. The Genesis of Awareness and Survival: Adem’s Journey

The initial narrative focuses on Adem’s primal experiences in a harsh, uncertain world, highlighting themes of fear, discovery, and adaptation.

  • Fear and Uncertainty: Adem initially fears small reptiles and the unknown, reflecting a deep sense of vulnerability. „Yürüyerek kıyıdan uzaklaşırken toprakta gördüğü en küçük sürüngenlerden dahi çekiniyordu.“ (Walking away from the shore, he was wary even of the smallest reptiles he saw on the ground.) This fear extends to „larger creatures,“ prompting him to question its necessity.
  • Discovery through Necessity: Adem’s primary discoveries are driven by bodily needs. He experiences hunger, which leads to „şiddeti giderek artan ağrılar“ (increasingly severe pains) and an „anlamsız karıncalanmalar“ (meaningless tingling) in his stomach. Observing animals drinking from a river, he imitates them and discovers water, experiencing „inanılmaz bir heyecan“ (incredible excitement). Similarly, he discovers edible fruits, realizing that consuming them alleviates his stomach pains.
  • Learning and Adaptation to Nature: Adem’s journey is one of continuous learning and adaptation. He observes animal behavior, such as their drinking habits, and learns to climb trees for safety from „vahşi hayvanlar“ (wild animals) in the dark. He eventually accustomed himself to the sun’s disappearance and reappearance, „gücünün yetmediğini anladığından sonraki günlerde bu konuda şikâyet etmekten vazgeçti“ (in the following days, after realizing his powerlessness, he stopped complaining about it).
  • Early Spiritual Inquiries and Personification of Nature: Adem begins to attribute agency and even a divine nature to natural phenomena. He „koşup güneşe secde etti“ (ran and prostrated to the sun), begging it not to leave him again due to the fear of darkness. He also addresses the „kara bulutlara“ (dark clouds) to stop the rain, believing „gökyüzü ile aralarında bir bağın kurulduğundan iyice emin olmuştu“ (he was quite sure that a bond had been established between him and the sky). This leads to a nascent question: „Yoksa Tanrı gökyüzünden mi izliyordu kendisini?“ (Or was God watching him from the sky?).
  • Moral and Practical Learning: Adem learns from trial and error, deciding „artık her gördüğünü ağzına götürmemeye karar vermişti“ (he had decided not to put everything he saw into his mouth anymore) after unpleasant experiences with certain plants and even his own excrement. He recognizes his „yalnızlığına ve zayıflığına“ (loneliness and weakness) compared to strong animals, contrasting it with his confidence around sheep.
  1. The Dilemmas of Paradise and the Serpent’s Influence

The narrative then shifts to a paradisiacal setting, introducing themes of dissatisfaction, temptation, and the origin of conflict.

  • Discontent in Paradise: Despite being in a place of pleasure, Adem feels a „eksikliğini hissetmekten“ (lack of something) and questions the sincerity of the huries‘ affections: „Bunlar cidden istekli miydi, yoksa görevlerini en mükemmel şekilde ifa etmek için mi öyle çırpınıyorlardı?“ (Were they truly willing, or were they striving to perform their duties in the most perfect way?). This suggests a yearning for genuine connection beyond mere pleasure.
  • Havva’s Resistance and the Serpent’s Intervention: Havva (Eve) resists Adem’s advances, mocking him as „Çok çirkinsin!“ (You are very ugly!). This prefaces the arrival of a „büyük bir yılan“ (large snake) with „mavi renkli parlak pullarla kaplı“ (covered in bright blue scales). The snake, despite Adem’s command to leave, presents itself as a „dostum“ (friend) and promises to reveal a „sır“ (secret), hinting at temptation and deception.
  • The Serpent’s Deception and Divine Judgment: The serpent (identified later as having brought Iblis – Satan – into paradise) is revealed to have tempted, causing Iblis to be „dışarı kustuktan sonra“ (vomited out) in front of God. This highlights the concept of hidden evil and accountability. God’s wrath, described as „hiddetli“ (furious), is unprecedented, even causing fear among the angels, who attempt to appease Him through prostration and remembrance („secde ve zikirle“).

III. Muhammad’s Prophethood and the Early Islamic Community

This section details Muhammad’s struggles, the challenges to his prophethood, the formation of the early Muslim community, and key Islamic principles.

  • The Burden of Prophethood and Rejection: Muhammad is described as „zor şartlarda mücadele veren“ (struggling under difficult conditions) to spread his religion. He faces intense hatred and accusations, with people believing he tries to „kalbimize şüphe koymaya çalışıyor“ (put doubt in our hearts) and is an „Allah’ımızın düşmanıdır!“ (enemy of our God!).
  • Revelation and its Forms: Muhammad describes various modes of receiving divine revelation: „Bazen rüyada bana ayetler bildiriliyor“ (Sometimes verses are revealed to me in dreams). Other times, the angel Gabriel appears „bir dost kılığında veya yaratıldığı asıl şekli ile“ (in the guise of a friend or in his true form), or he hears „zil sesi“ (the sound of a bell), which is immensely heavy, causing sweat and even making a camel collapse. He also claims direct, „çıplak gözle bana görünür ve konuşur“ (visible and direct communication from Allah).
  • Early Doubts and Opposition: Figures like Nadr b. Haris, a „Mekke’nin bilge şairi“ (wise poet of Mecca), question Muhammad’s claims. Nadr, despite his willingness to believe in one God, struggles with the „peygamberlik iddiası“ (claim of prophethood) and demands a „işaret veya delil“ (sign or proof) from Allah. There are also instances where Muhammad himself expresses distress over possibly fabricating divine words, reflecting inner turmoil about the authenticity of revelations: „Ben, Allah’a karşı iftirada mı bulundum? Ben, Allah’ın söylemediği bir şeyi mi söyledim?“.
  • The „Satanic Verses“ Incident (Implied): The text references a moment where Muhammad is influenced to „uydurman için az kalsın seni ondan şaşırtacaklardı“ (they almost misled you from it to fabricate against Us) and that „Şeytan’ın ayetlerin arasına sokuşturduğu ilave sözler“ (Satan’s inserted additional words into the verses) caused Muhammad distress. This alludes to the controversial „Satanic Verses“ incident, highlighting the perceived vulnerability of prophecy to external influence.
  • Demands for Miracles: Opponents consistently demand tangible miracles as proof, such as making springs gush forth, creating gardens, causing the sky to fall in pieces, bringing God and angels before them, or having a house of gold. Muhammad’s response, „Ben ancak Elçi olarak gönderilen bir beşerim“ (I am only a human sent as a Messenger), emphasizes his human nature and the nature of his mission.
  • Conversion and Resistance: The conversion of Ömer (Omar) is a significant event. Initially hostile, he seeks to verify the news of his sister’s conversion, eventually being convinced by the Quranic recitation. The migration to Medina (Hijra) is a crucial turning point, highlighting the growing frustration of the Quraysh with Muhammad’s activities and their concern about his increased influence in Medina.
  • The Adhan (Call to Prayer): The dream of Abdullah b. Zeyd, describing a man with a bell teaching him the words for the call to prayer, illustrates a divine sanction for a new ritual.
  • Medina Charter (Implicit): Sections 12a-17 and 22 outline rules for the early Muslim community, including mutual financial support, alliances, prohibitions against harming fellow believers, and the unity of believers („birbirlerinin kardeşi durumundadırlar“). It also mentions the rights of Jews who follow them. These points implicitly refer to the content of the Medina Charter, establishing inter-communal relations and internal Muslim solidarity.
  • Military Strategies and Divine Intervention: The Battle of Badr is mentioned, with discussions of tactical decisions („Şahsi bir görüş neticesi, bir harp tedbiri icabı olarak seçildi“ – It was chosen as a personal opinion, as a war tactic) and the expectation of divine aid in the form of angels. The belief in Allah sending „üç bin melek“ and then „nişanlı beş bin melekle sizi takviye eder“ (reinforce you with five thousand marked angels) shows the strong belief in supernatural assistance.
  • Women’s Rights and Modesty: Muhammad addresses the rights of women, emphasizing their status as „Allah’ın emaneti“ (Allah’s trust). He outlines reciprocal rights and responsibilities, including a man’s right to discipline a woman „hafif bir şekilde dövebilir, azarlayabilir-siniz“ (lightly beat, scold) if she compromises family honor or allows unwelcome guests, and a woman’s right to „her türlü giyim ve yiyeceklerini temin etmenizdir“ (all kinds of clothing and food). The revelation of Quran 24:31 regarding women’s modesty (covering adornments, drawing headscarves over bosoms, not striking feet to reveal hidden ornaments) is prompted by an incident involving a woman in the marketplace.
  • Mercy to Animals: Muhammad emphasizes mercy to animals, narrating a story of a man who saved a dog from thirst, resulting in Allah forgiving his sins. This illustrates a compassionate aspect of Islamic teachings.
  • Challenges and Internal Conflicts: The text highlights internal struggles, such as the Ifk (slander) incident involving Aisha, where divine verses (Quran 24:11-20) are revealed to clear her name and condemn slanderers. It also shows a leader’s frustration: „Adam şehrimize geldiğinden beri her şey aleyhimize döndü!“ (Ever since that man came to our city, everything has turned against us!).
  • Strategic Marriages: Muhammad’s marriage proposal to Berre (later Juwayriya) after a victory is depicted as a strategic move to elevate her status and secure tribal alliances, leading to the emancipation of a hundred captives.
  • Hypocrisy and Divine Judgment: The story of Zayd b. Erkam reveals concerns about hypocrisy within the Muslim community and the belief that Allah will reveal the truth through revelation. The mention of Abdullah b. Ubayy’s fate and the Tebbet (Al-Masad) surah about Abu Lahab emphasizes divine condemnation for those who oppose the Prophet.
  • The Prophet’s Human Fallibility (Implied): The text alludes to Muhammad’s reliance on scribes due to his illiteracy („okuyamadığı ve kontrol edemediği için her şeyi kâtiplerin vicdanına bırakmak zorunda kalıyordu“ – because he couldn’t read and control, he had to leave everything to the conscience of the scribes). This led to „dürüst olmayan adamların ortaya çıkması“ (the emergence of dishonest men) who challenged his authority. The story of Abdullah b. Hatal, a former scribe who murdered a slave and fled, suggests a betrayal born from fear of punishment.
  1. Expansion, Governance, and Theological Debates

The narrative broadens to include the expansion of the Islamic state, its administrative challenges, and emerging theological discussions.

  • Expansion and Military Strategy: The march to Mecca with „on bin kişilik muazzam bir ordu“ (a magnificent army of ten thousand) showcases the growing military might of the Muslim community. The inviolability of Mecca is declared, emphasizing its sacred status and outlining rules regarding bloodshed and tree cutting within its bounds.
  • The Role of Force in Islam: A significant reflection emerges on the role of force in spreading Islam: „Maalesef din insanlar arasında ikna ile yayılmıyordu, aksine, boyun eğdirilerek hakim kılınabiliyordu.“ (Unfortunately, religion was not spread among people by persuasion; on the contrary, it could be established by subjugation.) It states that „on iki yıl boyunca Mekke’de Kur’an’dan bahsettiği süre içinde ancak yüz civarında adamı kendisine inandırabilmişti“ (during the twelve years he spoke of the Qur’an in Mecca, he could only convince about a hundred men). However, in Medina, „kılıcın sihri ve gücüyle on binlerce insanı kendisine boyun eğdirmeyi başarmıştı“ (with the magic and power of the sword, he had managed to subjugate tens of thousands of people). This pragmatic view emphasizes conquest over persuasion in establishing dominance.
  • Descriptions of Paradise and Hell: Vivid descriptions of heaven (spread shade, flowing water, endless fruits, elevated couches, beautiful huries) and hell (scorching fire, boiling water, dark shade, zakkum tree, unquenchable thirst) are presented, used as incentives and warnings.
  • Theological Concepts: Creation and Resurrection: The Quranic verses cited (e.g., Al-Waqi’a 56) delve into fundamental Islamic beliefs: creation from a drop of semen, resurrection, sustenance from the earth, and the divine origin of fire and water.
  • Pre-Islamic Virtues: The story of Sasa b. Naciye, who saved 280 infant girls from being buried alive in pre-Islamic Arabia, highlights that virtuous acts could exist before Islam and their potential benefit in the afterlife.
  • Military Expeditions and Distribution of Spoils: The campaign to Yemen under Ali’s command illustrates military expansion and the distribution of „ganimet“ (spoils of war), including women, camels, and sheep. The complex issue of paternity for children born to enslaved women is resolved by drawing lots.
  • Omar’s Leadership and Statecraft: Omar’s leadership is characterized by „sertliğe“ (strictness) and the need for „halkın sevgisine ve desteğine“ (the people’s love and support) to maintain power. He actively promotes the conquest of Syria and Iraq for „büyük kaynağa ve ganimetlere“ (large resources and spoils). His decision to remove Khalid b. Walid from command, despite his lineage and prowess („Allah’ın kılıcıdır, İslam’ın en keskin kılıcıdır“ – he is the sword of Allah, the sharpest sword of Islam), demonstrates his commitment to justice and his unique approach to leadership („Ömer’in bu tür durumlarda kendisini Allah’ın zırhına bürüme siyaseti çabuk“ – Omar’s policy of quickly cloaking himself in Allah’s armor in such situations).
  • Governance and Integration of Conquered Peoples: Omar’s administration implements policies for conquered lands, distinguishing between Muslims and „Cizye veren“ (those paying Jizya). The approach involves „satın alma yöntemlerinin de uygulanmasında fayda gördüler“ (they saw benefit in implementing purchasing methods) to gain local collaborators and impose „ağır olmayan cizye veya haraçlar“ (not heavy jizya or land taxes) to prevent longing for former rulers.
  • Dialogue with Other Faiths: The dialogue between Hişam and Patriarch Abdülmesih highlights the early theological debates. Hişam’s arguments emphasize the newness of Islam and the singularity of God, contrasting it with Christianity’s concept of a divine Jesus. Abdülmesih struggles to defend the concrete nature of Jesus against the abstract concept of Allah, acknowledging the difficulty of having a „Tanrı’nın varlığına“ (existence of God) if He is not something to be lived for.
  • Challenges in Conquered Cities: The situation in Amed reveals the difficulties of maintaining control in diverse cities, noting internal tensions between various ethnic and sectarian groups (Syriacs, Romans, Armenians) and the unexpected resistance led by a woman („bir kadın olması ise daha düşündürücüydü“). The commander’s report highlights security issues, dwindling resources, and the need to mobilize the general populace for defense.
  • Assassinations and Political Instability: The final sections hint at the political turmoil and assassinations within the early Islamic state, particularly mentioning the assassination of Ali by Abdurrahman b. Mülcem, an act driven by „kör bir öfke ve intikam duygusundan“ (blind anger and a feeling of revenge). The plan to assassinate Amr b. As also underscores the ongoing power struggles and internal conflicts.
  • Theological Ambiguity and Sectarianism: The text concludes by noting the „büyük bir boşluk ve bilgisizlik“ (great void and ignorance) in Islamic theology (Akaid and Kelam), especially concerning the „how“ of divine attributes, heaven, hell, and angels. This lack of clear answers from Muhammad or the Quran led to confusion and the emergence of „farklı itikadi mezhep ve fırkalara“ (different doctrinal sects and factions), with individuals inheriting their beliefs rather than understanding them fully.
  1. Miscellaneous Observations
  • Importance of Dreams and Omens: Dreams play a significant role, from Abdullah b. Zeyd’s vision of the Adhan to Berre’s dream of the full moon entering her lap, which she interprets as a prophecy of her marriage to Muhammad.
  • The Prophet’s Farewell Sermon (Implicit): Muhammad’s speech („Ey insanlar! Sözümü iyi dinleyiniz. Bilmiyorum, belki bu seneden sonra sizinle burada bir daha buluşamayacağım.“) is a clear farewell, emphasizing the sanctity of lives, property, and honor, and warning against reverting to old „dalâletlere“ (errors/deviations).
  • Poetry and Rhetoric: The text highlights the importance of poetry and rhetoric, referencing well-known poets like Kus b. Saide and Umayyah b. Abi Salt, and Muhammad’s own reliance on eloquent expression („böyle daha etkili oluyordu“ – it was more effective this way).
  • Pragmatism and Realpolitik: Omar’s approach to governance and expansion, including the use of force, strategic alliances, and economic incentives, reflects a pragmatic and realpolitik mindset. The statement about the sword being more effective than persuasion in spreading Islam is a stark observation on the historical reality presented.
  • The Sun as a Deity: The dialogue between Sipi and Hammurabi reveals remnants of sun worship, with the sun being seen as „Tanrı“ (God) and the source of life and light, and its communication being understood only by few.

This briefing covers the major narrative arcs and thematic elements within the provided text, offering a comprehensive overview of Adem’s journey, the early days of Islam under Muhammad, and the subsequent developments in governance and theological thought.

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